Artist Statement

What does it mean to be an Iranian diasporic woman? Culturally, it may mean that one feels a sense of displacement and loss. It may also mean that one has adopted the values and ideologies of two different and sometimes even opposing social norms and beliefs. A diasporic individual is one who may have voluntarily chosen to migrate or has been forced to relocate.

In my work I focus on and critique the visual stereotypes and performative aspects that shape female gender identity and Iranian ethnic identity. My perspective is that of a Canadian-Iranian who is questioning while also trying to assert gender and cultural identity. In particular, I focus on the performances through which individuals express such identities and I critique the value and legitimacy of identity and cultural expression.

Further, I am interested in how race and gender are in perpetual performance in both the eastern and the western world. While performing these stereotypes, I focus on fantasy, whether it is the viewer’s fantasy, or my own. These characters confront the viewer but invite them to be a visual anthropologist as they reflect on their relationship with the racialized female body.

Furthermore, I highlight the challenges that an expatriate may encounter and the space we define as home in the diaspora. Home is not limited to a physical space; rather it is a space where cultural values are transmitted and where there is a sense of belonging politically, culturally and emotionally. As an Iranian-Canadian woman, who was born in Iran but raised in Canada by parents who are political exiles, having duo cultural influences has caused me a great sense of internal conflict. In western visual culture, I am presented with images that either romanticize my Iranian ancestry or dehumanize it in the representation of Iranians as a threat. I use many cultural motifs that are specific to the east in my artistic practice and it may appear as though I am masquerading myself as the “other.” However, it is not my intention to perpetuate the romanticization and fetishization of my culture. My objective is to demonstrate the opposing cultural axiology that causes feelings of ambivalence and to critically highlight this exoticism and dehumanization.

In many of these works I am actively removing and concealing aspects of my identity and by bringing the viewer into intimate contact with acts that are usually performed in private, I attempt to create feelings of closeness and familiarity. My performance  becomes an offer of intimacy and access.

KÜNSTLER-STATEMENT

Was bedeutet es eine Iranerin in der Diaspora zu sein?
Kulturell könnte man meinen, dass der Einzelne ein Gefühl der Vertreibung und des Verlustes verspürt. Es könnte jedoch auch bedeuten, dass man unterschiedliche Werte- und Lebensauffassungen annimmt und sich manchmal sogar dadurch sozialen Normen und Überzeugungen wiedersetzt. Ein, in der Diaspora lebendes, Individuum ist jemand, der entweder freiwillig beschlossen hat auszuwandern oder zur Umsiedelung gezwungen wurde.

In meiner Arbeit zentralisiere und kritisiere ich die visuellen Stereotype und performativen Aspekte, welche die Identität des weiblichen Geschlechts, sowie der iranischen Ethnie formen. Meine Perspektive ist die, einer Halb-Kanadierin, Halb-Iranerin, die sexuelle und kulturelle Identität hinterfragt und gleichzeitig versucht geltend zu machen. Insbesondere konzentriere ich mich auf die Äußerungen, durch die der Einzelne, eben solche Identitäten ausdrückt, wobei ich gleichzeitig den Wert und die Zulässigkeit von Identität und kultureller Zurschaustellung kritisiere.

Weiter reichend interessiere ich mich dafür, wie sich Abstammung und Geschlecht fortwährend veräußerlichen lassen – sowohl in der östlichen, als auch der westlichen Welt. Bei der Veranschaulichung dieser Stereotype, setze ich einen Akzent auf Fantasie – sei es die Fantasie der Betrachter oder meine eigene. Diese Merkmale konfrontieren den Betrachter und aktivieren ihn zugleich, aus einer Rolle als beobachtender Anthropologe, die eigenen Beziehungen zum rassifizierten weiblichen Körper zu reflektieren.

Darüber hinaus mache ich die Herausforderungen sichtbar, die auf Auswanderer zukommen können und thematisiere den Raum, welchen wir in einem diasporischen Kontext als zu Hause definieren. Ein Zuhause ist nicht auf einen rein physischen Raum zu beschränken; viel mehr ist es ein Raum, in dem kulturelle Werte vermittelt werden und man ein politisches, kulturelles und ebenso emotionales Zugehörigkeitsgefühl verspürt. In meiner Rolle als iranisch-kanadische Frau, die im Iran geboren, aber in Kanada (von politisch ausgewiesenen Eltern) aufgezogen wurde, bin ich zwei kulturellen Einflüssen ausgesetzt, die mich meine inneren Konflikte deutlich wahrnehmen lassen. In der westlichen Kultur bin ich in visueller Hinsicht nur von Bildern umgeben, die eine iranische Abstammung entweder romantisieren oder durch die Darstellung der Iraner als eine Art Bedrohung, dehumanisieren. In meine praktische Arbeit lasse ich einige kulturelle Motive einfließen, die kennzeichnend für den Osten sind, wobei ich den Anschein erwecken könnte, mich selbst als „Eine von den Anderen“ ausgeben zu wollen. Jedoch ist es nicht meine Intention das Romantisieren und Fetischisieren meiner Kultur aufrechtzuerhalten oder gar fortzusetzen. Meine Aufgabe ist es, kulturell gegensätzliche Wertephilosophien, welche diese zwiespältigen Gefühle erst verursachen, zu veranschaulichen und die Themen -Exotik und Dehumanisierung- kritisch zu beleuchten.
In vielen dieser Arbeiten beseitige und verberge ich aktiv Aspekte meiner Identität und versuche eine persönliche Kontaktaufnahme zum Besucher herzustellen. Mithilfe bestimmter Handlungen, wie sie üblicherweise nur in intimen Rahmen stattfinden, möchte ich ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit erzeugen. So wird meine Performance zu einem Angebot der Intimität und des Zugangs.